Pachnoda ephippiata: Die Larven
wachsen sehr schnell und nagen fast an allem (Früchte, Wurzeln,
Kompost, Substrat, Dung,...).
Pachnoda ephippiata: in ihrer natürlichen Umgebung findet man
die Käfer auf blühenden Akazien. Dieses Foto entstand
in Kenia, Sweet Water Reservat ( Nähe Mount Kenia), im Dezember
2005. Auch wenn sich die Käfer tief in die Blüten reingewühlt
haben sind sie aufmerksam: bei unvorsichtiger Annäherung
oder Schattenwurf fliegen sie sofort weg.
Im Terrarium: während die Käfer von
oben an
der Banane fressen, greifen die Larven "von unten" an.
Sie kriechen im Substrat an die Oberfläche und nagen die
Schale der Frucht durch, um an das Fruchtfleisch zu kommen –
dabei begegnen sich Käfer und Larven.
Die Leibspeise der Käfer sind Blütenpollen. Da man ihnen
diese nicht zu jeder Jahreszeit bieten kann, müssen sie
auf Bananen umsteigen, was aber kein Problem darstellt.
Pachnoda sinuata: der Appetit der
Käfer ist enorm. In der Natur
treten sie meist in großen Mengen auf – sie gelten
als Schädlinge und werden bekämpft. In ihrer Fressgier
werden nicht nur Blütenpollen sondern meist die ganzen Blüten
gefressen, was in Obstplantagen große Schäden anrichtet.

Farbvarianten
bei Pachnoda ephippiata: Die Käfer der Parentalgeneration
(PG) waren in ihrer Färbung wenig unterschiedlich, die
meisten Käfer hatten auch leicht glänzende
Flügeldecken. Der Glanz war in der ersten Generation der
Nachzucht (F1) nur noch bei sehr wenigen Exemplaren vorhanden,
bei den Folgegenerationen komplett verschwunden. Ausgeprägte
Farbvarianten setzten erst in der F2 ein und bleiben
erhalten. Die Generation F3 und F4 lässt sich fast nicht
mehr als isolierte Generation abgrenzen, denn durch die schnelle
Entwicklung der Larven und die sehr unterschiedliche Lebensdauer
der
Käfer
vermischen sich die Generationen. Es kann durchaus vorkommen,
dass Käfer aus verschiedenen Generationen noch gemeinsame
Nachkommen haben. Ab der 4. Generation ist der Entwicklungszyklus
so verschoben, dass das ganze Jahr
Käfer aus zwei oder
gar drei unterschiedlichen Generationen im Terrarium leben.
Käfer
Die meisten (aber nicht alle!) Larven und Käfer dieser
Gattung sind einfach in Zucht und Haltung und sind daher ideal
für Anfänger geeignet. Viele Pachnoda Arten
(Pachnoda marginata, sinuata, ephippiata, aemula etc.)
sind problemlos zu züchten. Wie bei fast allen tropischen
Insekten ist ihr Entwicklungszyklus mit den Regen- und Trockenperioden
ihrer Heimat abgestimmt. Als Futter
dient – wie bei allen tropischen
Rosenkäfern – Banane, Mango oder Apfel, wobei Banane
ihre Lieblingsfrucht ist. Die Käfer lieben die Pollen
der Blüten, z.B. der Heckenrose, in die sie sich regelrecht
reinwühlen. Fallen diese Blüten dann auf die Substratoberfläche
im Terrarium und es befinden sich Larven im Substrat, dann
werden die Blüten von den Larven unter die Oberfläche
gezerrt und verspeist. Ähnlich ist es z.B. mit einem
Stück
Banane: oben lecken die Käfer an der Frucht, von unten
nagen die Larven. Oft stecken die Käfer kopfüber
in dem Fruchtstück. Im Terrarium gibt es kaum
Fruchtreste, es wird alles verwertet. Die Vermehrungsrate
ist meist hoch
– man kann sogar Larven von Pachnoda marginata im Zoogeschäft
finden, wo sie als Lebendfutter für Reptilien angeboten
werden. Typisch für Pachnoda ist der strenge Geruch
der Käfer durch den zur Abwehr ausgeschiedenen Kot.
Gelangt dieser auf die Hände, so muss man sich intensiv
die Hände
mit Seife waschen, um den Geruch los zu werden. Die Käfer
haben eine sehr glatte Oberfläche, wenn man sie fangen
will, so flutschen sie oft wie ein Stück Seife aus den
Fingern. Sie legen ihre Beine und Fühler eng am Körper
an und bieten somit keinerlei Widerstand. Wahrscheinlich hat
dieses Verhalten schon so manchem Käfer das Leben gerettet.
Die Färbung frisch geschlüpfter
Pachnoda ephippiata ist beinahe zitronengelb. Im Laufe des
Käferlebens
wird
diese Färbung dunkler, bis hin zu dunklem Orange.
Wenn
sie braune Flecken bekommen, dann kann man davon ausgehen,
dass sie nicht mehr lange leben. An der Zeichnung ihrer Flügeldecken
sind Männchen
und
Weibchen nicht zu unterscheiden. Dazu muss man den Bauch
der Käfer genau anschauen: Die Männchen haben
eine kleine Längsrille
oder Eindellung etwa in der Mitte des Hinterleibs, auf der
Achse Kopf-After.
Larven
Die nicht kannibalisch veranlagten Larven können problemlos
zusammen gehalten werden. Als Zusatzfutter lieben die Larven
Fruchtstücke, z.B. Apfelschnitze oder Bananenstücke,
welche einfach auf die Substrat-Oberfläche gelegt werden
und von unten abgefressen werden. Nach ein paar Tagen sieht es
aus, als ob das Fruchtstück im Boden eingesunken wäre.
Pferdemist bzw. zerkleinerte Pferdeäpfel sind eine gute
Nahrungsergänzung. Das Substrat, worin die Larven leben,
besteht aus der "Standard- Mischung": vermodertes Buchen-
und Eichenholz, Laub, Lauberde oder Blumenerde. Die Larven nagen
nicht an größeren Holzstücken, deshalb sollte
das Substrat fein gehäckselt sein. Die Larven leben bevorzugt
in relativ trockenem Substrat und stellen wenig Ansprüche,
was ihre Zucht so einfach macht. Pachnoda Larven gehören
zu den wenigen Rosenkäferlarven, die es dem Züchter
nicht besonders übel nehmen, wenn das Substrat nicht ständig
aufgefrischt wird – Hauptsache sie bekommen ab und zu ein
Stück Frucht zum Nagen.
Kokons
Die Kokons sind sehr hart und werden meist an Wand oder
Boden der Zuchtbox fest „angeklebt“ und können
kaum entfernt werden. Das sollte man auch nicht tun, denn sonst
entsteht ein Loch an der Stelle, wo der Kokon an der Wand befestigt
war. Außerdem leben die Käfer, die zu früh
aus dem Kokon geholt werden nicht so lange wie diejenigen, die von alleine geschlüpft
sind. Am besten man lässt die Kokons in der Box, auch wenn noch nicht alle
Larven verpuppt sind. Das Substrat sollte dann nicht mehr befeuchtet werden,
um den Kokons nicht zu schaden. Eine minimale Restfeuchtigkeit sollte das Substrat
jedoch noch besitzen, völlig ausgetrocknete Kokons werden extrem hart und die
Käfer schaffen es nicht immer, sich aus den kokons zu befreien.
Das
ist selten bei Pachnoda: ein Holzstück wurde
als Platz
für den Bau des Kokons gewählt, er ist
in einer Vertiefung des Aststücks "versenkt".
Die Tarnung ist sehr gut, das Holzstück
war fast schon im Mixer zum Recycling gelandet. Die Larve
war als Lebendfutter für eine Goliathus Larve im Substrat
und wurde nicht gefressen, sie hat es bis zum Bau ihres Kokons
geschafft. Der Großteil
der Pachnoda Kokons wird an die Behälterwand gebaut,
im Substrat frei liegende Kokons im sind seltener.
Entwicklungsdauer
Von Ei zu Larve bis Puppe dauert es etwa 5-7 Monate, das ist
eine rekordverdächtige Entwicklungszeit bei Rosenkäfern. Oft verweilen
die gehäuteten Käfer noch für ein bis zwei Wochen im Kokon.
Die Käfer leben etwa 2 bis 6 Monate, es gab auch schon Fälle, in denen Käfer über ein Jahr alt geworden sein sollen. Auch bei uns in der Zucht erleben oft die Elterntiere ihre Nachkommen, was bei Rosenkäfern ungewöhnlich ist. In der Regel leben Käfer für eine (Trockenzeit-) Periode, um sich zu vermehren. Die Entwicklung der Larven bis zur nächsten Generation dauert normalerweise so lange, dass die Elterntiere längst gestorben sind.
Bei vielen Pachnoda Arten gerät nach ein paar Zucht-Generationen der "Zeitplan" der Entwicklung vollkommen durcheinander. Wegen ihrer hohen Zahl an Nachkommen, der gleichbleibenden guten Bedingungen im Terrarium (kein jahreszeitlicher Saisonwechsel) und der unterschiedlichen Entwicklungsdauer können die Generationen nicht mehr zeitlich unterscheiden werden; es schlüpfen ständig Käfer und man hat somit das ganze Jahr Pachnoda im Terrarium.